19
Okt
2013

Rasende Zeit

Verrückt. Eigentlich müsste ich arbeiten. Eigentlich arbeite ich auch gerade. Irgendwie. Aber während meiner Recherche bin ich doch tatsächlich auf diesen in Vergessenheit geratenen Blog gestoßen. Verrückt. Schlimme Einträge waren das damals. Im November 2010. Vielleicht die dunkelsten Zeiten meines Lebens...

Jetzt weiß ich eines: Dunkle Zeiten kommen - und gehen auch wieder. Mein Kind ist jetzt 4. Auch verrückt. Vier Jahre bin ich jetzt dankbare Mutter einer fantastischen Tochter. Es hat lange Zeit gebraucht um Wunden zu heilen. Und viel Hilfe. Die Tabletten habe ich damals nicht genommen. Es gibt aber bestimmt Frauen, die sich dafür entscheiden. Das ist auch in Ordnung. Alles ist gut - wenn es zu einem passt.

Ich muss weiterarbeiten. Hab den Blog jetzt aber wieder im Kopf.

In diesem Sinne also - vielleicht bis bald!

20
Sep
2010

Tabletten

Wieso sagt mir eigentlich jeder ich soll Tabletten nehmen, damit ich wieder funktioniere. Bei einer Erkältung müssen sich doch andere um das Kind kümmern und ich mich erholen. Solche Aussagen sind unbedacht und richten Schaden an. Frau B. wollte mir heute sogar erklären, dass ich ihrer Ansicht nach gar nicht an einer Postnatalen Depression leide. Denn die käme immer nur kurz nach der Geburt. Dass ich mich aber seit Tagen mit nichts anderem beschäftige, interessiert nicht. Sie ist Psychologin und ich krank. So einfach ist das. Dabei wollte ich nur Adressen von ihren Terapeuten-Kollegen.

Aber das scheint normal. Jeder weiß es sowieso und dann auch noch besser. Meine Ärztin schlug vor Jahren TaiChi als Therapie vor. Mach ich jetzt. Aber bei der Säule - zehn Minuten still halten - kam die Panik wieder hoch. So auch die Erkentniss des heutigen Tages. In der Ruhe liegt die Kraft und ich muss unbedingt lernen Ruhe auszuhalten. Dann kommt die Kraft auch bestimmt von alleine.

19
Sep
2010

Rabenmutter

Bin ich etwa eine? Eine Rabenmutter? Ich schaue mein Baby an und Panik macht sich breit. Hände werden nass, sobald ich den Löffel zum Füttern nehme. Herzrasen. Beklemmungen. 'Wir müssen einen Brandherd nach dem anderen löschen' sagte Frau K. neulich zu mir. Ich bin dabei. Langsam nähere ich mich meiner Tochter an. Heute - Tag 5 - an dem ich immer noch nicht die Alte bin. Aber ich sage ihr immer wieder, dass es an mir liegt. Und ich entschuldige mich bei ihr. Ich glaube, sie versteht das. Die Gefühle sind da. Schlimmer wäre, wenn die Angst den Raum der Gefühle eingenommen hätte. So ist beides da. Liebe und Angst. Das einen hat mit dem anderen nichts zu tun.

Aber nicht alles ist schlecht. Chillig haben wir, Herr A., meine Tochter, meine Freundin, die Freundin meiner Tochter und ihre Eltern den Tag im Friedenspark genossen. Wir hatten Spaß, haben gelacht. Haben Holunderbionade und Schweinewürstchen gegessen. Musik gehört und uns mit anderen unterhalten. Bis zu dem abrupten Ende meinerseits. Keine zwei Minuten und die Zelte waren abgebaut und unsere Freunde verabschiedet. In solchen Momenten ist schnelles Handel mein Überleben. Meine Ziel ist dann mein Zuhause. Und Nahrungsmittelbeschaffung. Oft fühlt sich Panik an wie Unterzuckerung. Manchmal habe ich Glück und stelle fest, dass es nur die Unterzuckerung war. Trotzdem bleibt immer ein Rest Panik zurück.

Nachdem ich - eigentlich satt - meinen Döner aufgegessen habe, folgender Entschluss: Sollte sich mein Zustand nicht ändern, ziehe ich Tabletten in Betracht.

Herr A. fragte mich heute übrigens auch, ob er mit meiner Tochter ein paar Tage nach K. zu seiner Familie fahren soll. Natürlich habe ich abgelehnt. Zwei Tage ohne meine Baby - nicht auszudenken! Soviel zum Thema Rabenmutter.

Kartenhäuser

Eines nach dem anderen bricht zusammen. Kartenhäuser sind gemeint. Witzig. Objektiv betrachtet. Subjektiv betrachtet ist es eher traurig. Gestern Abend noch eine Rundmail an die Mütter der Spielfreundinnen meiner Tochter geschickt. Mit der Bitte um Unterstützung bei der Suche nach einer Tagesmutter. Genauso offen habe ich auch meinen momentanen Gemütstzustand beschrieben. Heute kamen erste Reaktionen: "Ja, ich kenne das!" "Ich kann Dir sagen, es geht auch wieder vorbei." "Ich habe Tabletten genommen". Meine Überraschung war groß. Zwar habe ich mit der ein oder anderen Betroffenen gerechnet, aber damit nicht.

Auf der Suche nach einer Tagesmutter, einer Einrichtung und Hilfe bei Postnatalen Depressionen habe ich meine Postnatale Depression vergessen. Die Kleine wußte ich sicher bei der Mama und ich, Herr A. und die Angst sind in die Stadt losgezogen. Die Angst hat mich allerdings weitesgehend in Frieden gelassen. Zufällig Herrn H. in der Stadt beim Weihnachtsbummeln ohne Weihnachten getroffen. Weil ihm die Stadt zu voll war, hat er sich schnell wieder verabschiedet. Irgendwie beruhigend, dass Menschen ohne Angst bestimmte Plätze auch zu voll finden. Kann mir aber egal sein. Denn Projekte der nächsten Monate sind folgenden: Abgrenzung und auf mein Gefühl hören. Hätte ich das heute gemacht, dann wäre es alles in allem ein guter Tag gewesen. Aber gegen Abend habe ich wieder etwas gemacht, wonach mir eigentlich nicht war. Und die Quittung kam und schuf sich ihren Weg durch meinen Körper...Schade, fast hätte ich den ersten Tag Angstfrei geschafft. Und fast hätte einen ganzen Tag lang, keine Angst gehabt morgen wieder für meine Tochter da sein zu dürfen. jetzt fühlt es sich wieder nach 'müssen' an. Wirklich schade. Einen Schritt zu weit gegangen.

18
Sep
2010

Telefonat auf den Schultern

Heute war es wieder schlimm. Schlimmer als gestern. Gestern dachte ich, es kann ja nur noch besser werden. Heute denke ich besser gar nicht erst an morgen. Irgendwann habe ich Frau K. angerufen, die nach ein paar Minuten gesagt hat: Alles klar, ich komm gleich vorbei. Dabei mag Frau K. es eigentlich gar nicht in die Stadt zu gehen.

Frau K., ich und meine Angst sind sind ausgegangen. Fünf Stunden hat sie gebraucht und mir ging es nach und nach blendend. In der Filmdose liefen Songs aus besseren Zeiten. Mal für einen Augenblick die Zeit anhalten und keine Mutter sein. Einfach nur wieder ich. Die Angst habe ich vor der Tür gelassen. Einen halben Nachmittag und Abend treiben lassen und gut, ungebunden und frei fühlen. Auf dem Weg nachhause klingelt das Telefon - Die Frau Mama - meine. 'Und? Wie geht es Deiner Tochter'. Da war sie wieder - die Last. Sechs Stunden Leichtigkeit dahin. Immerhin ist etwas geblieben. Der Verdacht auf einer postnatalen Depression. Aber es tut gut dem Zustand einen Namen zu geben. Eine Tagesmutter und eine Selbshilfegruppe müssen her. Und jede Menge Schlaf. Mit dem Schlaf fange ich heute an, mit dem Rest morgen.

16
Sep
2010

Das Glück vom Mutterdasein

Letzter Beitrag fand zu dem Zeitpunkt meiner Schwangerschaft statt. Heute fast zwei Jahre später bin ich stolze Mutter einer fast einjährigen Tochter. Stolze Mutter mit ernstzunehmenden Burn-Out Syndromen. Wer hätte das gedacht? Das mit dem Burn-Out. Oder besser Panikattacken. Ich nicht. Seit drei Wochen geht mir der Arsch auf Grundeis. Ständig und überall. Das schlimme daran: Grundlos. Morgen werden ich körperlich durchgecheckt. Vielleicht sind es ja doch keine Panikattacken sondern etwas physisches. Physisch würde mir besser gefallen als psychisch. An die Psyche kommt man irgendwie nicht so toll dran. Es sei denn man ist Herr Freud höchstpersönlich und kokst den ganzen Tag. Das ist aber alles gar nicht schlimm. Schlimm wird erst die Kombination aus ständiger Panik und Kind. Früher konnte ich mich immer für einige Tage krank melden und abtauchen. Aber jetzt stellt mir niemand mehr den gelben Schein aus. Meine Tochter wäre dann wahrscheinlich auch relativ ratlos. Das macht noch mehr Druck. Druck funktionieren zu müssen. Ich versuche gerade alles um wieder in die Spur zu kommen. Schamanin, Therapeutin, Freundin (die sich das Elend bald wahrscheinlich auch nicht mehr anhören können). Mein Mann - ja Herr A. und ich haben mittlerweile geheiratet - bemüht sich. Obwohl er selber den Kopf voll hat. Denn die missliche finanzielle Situation verstärkt die Gesantsituation enorm. Viele Jobs, aber keine Arbeit. So läuft es in der - ach so tollen - Medienwelt. Alle schmieren ab. Erfahrene Redakteure werden durch Praktikanten ersetzt, die ein monatliches Gehalt von 1500 Euro ersetzt. Brutto natürlich.

Hätte mir jemand vorher gesagt, wie anstrengend es ist ein Kind 24 Stunden zu versorgen, hätte ich wahrscheinlich noch einige Jahre gewartet. Bis die biologische Uhr sich ausgetickt hätte und dann wärs zu spät gewesen. Aber hätte mir jemand gesagt, was für eine tolle Tochter ich hätte, dann wäre ich wahrscheinlich an genau dem selben Punkt an dem ich jetzt stehe. Und das ist auch gut so. Trotz Panikattacken.

15
Jan
2009

Müde auf nach Berlin

In acht Stunden geht es schlafend Richtung Berlin. Warum schlafend? Weil ich hinten auf dem Rücksitz so ca. 5-25 Stunden schlafen werde. Oder gleich hier. Auf meinem Schreibtisch. Während ich wieder mal versuche die Tage rumzubekommen zieht Herr A. mit Frau E. in San Francisco um die Häuser. Beneidenswert. Auch wegen des Wetters. 22 Grad sind nicht schlecht, während hier bei uns in Deutschland die zweite Eiszeit hereinbricht.

Nun ja. Sei es ihm gegönnt. Ich bin ja bald in Berlin. Blöderweise das Epizentrum der Eiszeit.

GÄHN.

21
Okt
2008

auf Anfang

Neuer Job. Neue Kollegen. Naja, seit einem halben Jahr und alte Schwierigkeiten, da alter Freund. Viel passiert in den letzten sechs Montane und doch auch wieder alles beim Alten. Ich finde "nine to five" Jobs scheiße und mache jetzt einen. Von Montags bis Freitags. Fünf Tage die Woche. Ganz schlimm. Vermisse morgens Pressevorführungen im Off. Drei Tage arbeiten und sonst morgens Milchkaffee schlürfen im dunklen Kino. Nennt man das jetzt Malochen?

Und das jetzt die nächsten 25 Jahre? Geht gar nicht. Also wäre ich jetzt raus. Kennt eigentlich jemand Toni Maroni - die singenden Esskastanie? Ach neee, ist das alles traurig....

7
Jul
2008

immer wieder...

Wie Rücksichtsvoll die Engländer ihren Einwanderen gegenüber sind: Polizeihunde sollen beim Einsatz Schuhe tragen. Beneidenswert!


Und Hitler in Berlin find ich scheiße!
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