18
Sep
2010

Telefonat auf den Schultern

Heute war es wieder schlimm. Schlimmer als gestern. Gestern dachte ich, es kann ja nur noch besser werden. Heute denke ich besser gar nicht erst an morgen. Irgendwann habe ich Frau K. angerufen, die nach ein paar Minuten gesagt hat: Alles klar, ich komm gleich vorbei. Dabei mag Frau K. es eigentlich gar nicht in die Stadt zu gehen.

Frau K., ich und meine Angst sind sind ausgegangen. Fünf Stunden hat sie gebraucht und mir ging es nach und nach blendend. In der Filmdose liefen Songs aus besseren Zeiten. Mal für einen Augenblick die Zeit anhalten und keine Mutter sein. Einfach nur wieder ich. Die Angst habe ich vor der Tür gelassen. Einen halben Nachmittag und Abend treiben lassen und gut, ungebunden und frei fühlen. Auf dem Weg nachhause klingelt das Telefon - Die Frau Mama - meine. 'Und? Wie geht es Deiner Tochter'. Da war sie wieder - die Last. Sechs Stunden Leichtigkeit dahin. Immerhin ist etwas geblieben. Der Verdacht auf einer postnatalen Depression. Aber es tut gut dem Zustand einen Namen zu geben. Eine Tagesmutter und eine Selbshilfegruppe müssen her. Und jede Menge Schlaf. Mit dem Schlaf fange ich heute an, mit dem Rest morgen.
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Zuletzt aktualisiert: 19. Okt, 20:37

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